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Peppol E-Rechnung

Was ist Peppol und wie funktioniert es?

Peppol ist das europäische Netzwerk für strukturierte E-Rechnungen. Wir erklären das Vier-Ecken-Modell, das Format Peppol BIS 3.0, den Unterschied zum PDF und wie Sie sich anbinden — vom Betreiber eines eigenen zertifizierten Access Points.

Aktualisiert 2026-07-06

Peppol (Pan-European Public Procurement OnLine) ist ein internationales Netzwerk für den Austausch strukturierter elektronischer Rechnungen und weiterer Geschäftsdokumente. Statt eine Rechnung als PDF-Anhang per E-Mail zu verschicken, reist sie über Peppol als maschinenlesbares Dokument direkt aus Ihrem System in das System des Empfängers — validiert, signiert und lückenlos nachvollziehbar.

Für Unternehmen im deutschsprachigen Raum ist das längst keine Kür mehr. Seit dem 1. Januar 2025 müssen deutsche Unternehmen im inländischen B2B-Geschäft strukturierte E-Rechnungen nach EN 16931 empfangen können (Wachstumschancengesetz); die Pflicht zur Ausstellung folgt stufenweise ab 2027 (Unternehmen über 800.000 € Umsatz) und 2028 (alle). Wer zusätzlich eine slowakische Tochtergesellschaft führt oder slowakische Geschäftspartner hat, trifft ab 2027 auf einen weiteren Stichtag — die Details dazu im Artikel E-Rechnungspflicht 2027 in der Slowakei. Dieser Beitrag erklärt, was Peppol eigentlich ist und wie es technisch funktioniert.

Das Vier-Ecken-Modell — wie eine Rechnung durch das Netzwerk reist

Peppol basiert auf dem sogenannten Vier-Ecken-Modell (4-Corner-Modell). Stellen Sie es sich als Einschreiben für Rechnungen vor:

  • Ecke 1 — Absender: Sie oder Ihr Buchhaltungs-/ERP-System erstellen die Rechnung.
  • Ecke 2 — Ihr Access Point: Ein zertifizierter Anbieter (zum Beispiel Verteco) validiert, signiert und sendet sie in das Netzwerk.
  • Ecke 3 — der Access Point des Empfängers: nimmt das Dokument entgegen und stellt es zu.
  • Ecke 4 — Empfänger: Die Rechnung landet als strukturierte Daten direkt in seinem System.

Sie und Ihr Geschäftspartner kommunizieren jeweils nur mit dem eigenen Access Point. Welche Software die Gegenseite einsetzt, spielt keine Rolle — das Netzwerk garantiert, dass sich beide Seiten „verstehen”. Was ein Peppol Access Point ist und wie Sie einen Anbieter auswählen, behandeln wir in einem eigenen Artikel.

Peppol BIS Billing 3.0 und EN 16931 — die Sprache der E-Rechnung

Damit sich Systeme quer durch Europa verstehen, braucht die Rechnung eine einheitliche Struktur. Peppol nutzt das Format Peppol BIS Billing 3.0, aufgebaut auf dem Standard UBL (Universal Business Language) und der europäischen Norm EN 16931. In der Praxis heißt das: Jedes Feld — USt-IdNr., Datum, Betrag, Steuersatz, IBAN — hat einen exakt definierten Platz, den eine Maschine fehlerfrei und ohne OCR ausliest.

Für deutsche Leser wichtig: Peppol BIS Billing 3.0 ist EN 16931-konform — dieselbe Norm, auf der auch die hierzulande vertrauten Formate XRechnung und ZUGFeRD aufsetzen. Ein guter Access Point validiert jedes Dokument gegen EN 16931, bevor es das Haus verlässt, sodass formale Fehler vorab auffallen. Mehr zum Dokument selbst im Artikel E-Rechnung — was sie ist und wie sie aussieht.

Peppol vs. PDF-Rechnung — der eigentliche Unterschied

Eine klassische PDF-Rechnung ist im Grunde ein Bild von Text. Damit das Buchhaltungssystem des Empfängers sie verarbeiten kann, muss ein Mensch sie abtippen oder eine fehleranfällige OCR ansetzen. Eine strukturierte Peppol-Rechnung ist dagegen ein Datendokument:

  • Kein OCR, kein manuelles Abtippen — die Daten werden direkt eingelesen.
  • Keine verlorenen PDFs im Posteingang — die Zustellung ist bestätigt und nachvollziehbar.
  • Weniger Fehler und Streitfälle — Pflichtfelder werden vor dem Versand validiert.
  • Schnellere Verarbeitung und Zahlung — die Rechnung ist in Sekunden im System des Empfängers.

Wer Peppol braucht

Praktisch jedes Unternehmen, das B2B-Rechnungen stellt oder empfängt. Insbesondere:

  • Lieferanten des öffentlichen Sektors, der E-Rechnungen bereits heute verlangt,
  • Lieferanten großer Abnehmer (Handelsketten, OEMs, Konzerne), die Peppol häufig vertraglich voraussetzen,
  • Onlinehändler und Buchhaltungskanzleien mit höherem Rechnungsvolumen,
  • und mit den nationalen Fristen — in Deutschland 2027/2028 für die Ausstellung, in der Slowakei ab 2027 — alle übrigen Unternehmen.

Wie Sie sich mit Peppol verbinden

Die Anbindung ist einfacher, als sie klingt. Bei Verteco läuft sie so ab:

  1. Registrierung — wir registrieren Ihr Unternehmen als Peppol-Teilnehmer im zentralen Verzeichnis (SMP).
  2. Posteingang oder Anbindung — Sie nutzen entweder den webbasierten Peppol Box, oder wir binden Ihr Buchhaltungs-/ERP-System an — per REST API.
  3. Test und Go-live — wir prüfen den Rechnungsfluss gegen einen echten Peppol-Endpunkt und schalten auf Produktion um.

Verteco betreibt einen eigenen slowakischen Peppol Access Point, zertifiziert von der slowakischen Finanzverwaltung (Finančná správa SR) — PA SK ID EFSK000031, Seat PSK001128. Wir sind kein Wiederverkäufer. Der Empfang von E-Rechnungen ist bei uns dauerhaft kostenlos. Alle Themen im Überblick finden Sie auf der Peppol-Übersichtsseite, die Konditionen in den Peppol-Preisen — oder Sie aktivieren direkt Ihren kostenlosen Posteingang.

Peppol FAQ

Häufige Fragen

Ist Peppol ein Portal, in das ich mich einlogge?

Nein. Peppol ist kein zentrales Portal und keine einzelne Website. Es ist ein Netzwerk zertifizierter Access Points, die untereinander sicher strukturierte E-Rechnungen austauschen. Sie arbeiten nur mit Ihrem eigenen Anbieter (Access Point) oder Ihrem eigenen Buchhaltungssystem — der Rest des Netzwerks bleibt im Hintergrund.

Brauche ich für Peppol eine spezielle Software?

Nicht zwingend. Es genügt ein Konto bei einem zertifizierten Access Point. Bei uns erhalten Sie den Web-Posteingang Peppol Box, in dem Sie Rechnungen ohne Installation empfangen und versenden. Auf Wunsch binden wir auch Ihr Buchhaltungs- oder ERP-System per REST API an.

Funktioniert Peppol nur in einem Land?

Nein. Peppol ist ein internationales Netzwerk, das EU-weit und darüber hinaus genutzt wird. Mit einer einzigen Registrierung fakturieren Sie an Abnehmer in Deutschland, Belgien, Polen, Italien oder Finnland — ohne zusätzliche Einrichtung.

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Der Empfang von E-Rechnungen ist auf unserem eigenen zertifizierten slowakischen Access Point dauerhaft kostenlos — ohne Karte, ohne Bindung, startklar in Minuten. Versand und ERP-Anbindung, sobald Sie sie brauchen.